Die VJP ist eine Zuchtprüfung, bei der die natürlichen Anlagen des jungen Jagdhundes beurteilt werden. Bewertet werden Spurarbeit, Nasengebrauch, Suche, Vorstehen, Führigkeit, Gehorsam und Schussfestigkeit; Spurarbeit und Nasengebrauch zählen doppelt. Zudem wird die Art des Jagens (spurlaut, sichtlaut, fraglich, stumm, waidlaut) geprüft – eine Wertung ist nur an Hase oder Fuchs möglich. Das Wesen und Verhalten des Hundes wird während der gesamten Prüfung kontinuierlich beobachtet.
Bei der Quersuche im Feld ist der Finderwille des Junghundes das zentrale Bewertungskriterium. Ausbilder:innen sollten darauf achten, dass der Hund eine fleißige, weiträumige, flotte und ausdauernde Suche zeigt und das Gelände sinnvoll annimmt.
Eine systematisch aufgebaute, planmäßige Suche wird in der VJP noch nicht gefordert – wichtig ist vor allem, dass die natürlichen Anlagen sichtbar werden und der Hund selbstständig, aber zielorientiert arbeitet.
Um die Schussfestigkeit des Hundes zu prüfen, gibt der/die Führer:in während der laufenden Suche mindestens zwei Schrotschüsse in Schrotschussentfernung mit einem Zeitabstand von wenigstens 20 Sekunden ab.
Der Hund soll dabei seine Suche unbeeindruckt und konzentriert fortsetzen – ein wichtiges Ziel der jagdlichen Ausbildung.
Die Veranlagung zum Vorstehen zeigt sich darin, dass der Hund gefundenes Wild sicher vorsteht oder vorliegt. Ein Durchstehen wird dabei nicht verlangt. Ein leichtes Nachprellen wird nicht als Fehler gewertet. Wichtig ist, dass die natürliche Anlage des Hundes erkennbar wird und er das Wild zuverlässig markiert.